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kurzer Lebenslauf


1983-1987

Meine Mutter brachte mich damals am 09. März im Jahre 1983 im KKH Friedrichshain zur Welt. Es ging gleich richtig los, das erste was auf meinem Lebensweg passierte war der Umzug von Friedrichshain nach Marzahn in die 20. Etage (welch ein Ausblick), da eine 1-Raum-Wohnung für 3 Personen doch etwas eng wurde. ;) Dort hatte ich 4 Jahre auf meine Schwester gewartet. Sie erblickte am 20.04. 1987 das Licht der Welt (man war ich damals stolz, endlich jemand zum Spielen *g*) doch leider stellte sich in ihrem ersten Lebensjahr heraus, dass sie schwer geistigbehindert ist, :-( was das ganze nicht einfach machte.

1987-1993

Wir zogen im selben Jahr nach Marzahn in eine 4-Raum-Wohnung nach Hohenschönhausen, wo ich dann weitere 2 Jahre meines Lebens mit meinen Eltern und meiner trotz allem sehr geliebten Schwester verbrachte. 1989 war es dann endlich so weit das ich in die Schule durfte und ich freute mich tierisch drauf. Da meine Schwester immer grösser und schwerer wurde, mussten wir leider wieder umziehen, es war kaum noch zu schaffen, sie 4 Treppen hochzutragen, daher zogen wir innerhalb des Bezirks wieder in ein Hochhaus, jedoch nur in die zweite Etage. 1989 kam ich dann endlich in die Schule, man hab ich mich damals gefreut und es stellte sich die Frage wo will die Schultüte mit dem kleinen Kerl hin.

1993-1994

Im Jahr 1993 gab es einen großen Schock in unserer Familie: meine Mutter erkrankte an Krebs, was ich damals noch nicht wirklich realisiert habe. Sie musste immer und immer wieder ins Krankenhaus; ein Jahr später kam die erfreuliche Nachricht, dass sie den Krebs besiegt hatte.
Zu diesem Zeitpunkt fing meine Schwester an Probleme zu machen, eine Lungenentzündung nach der anderen – aber sie überstand dies alles immer mit Bravur! :-)

1994-1995

Ende 1994 dann wieder die traurige Mitteilung, dass mein Mutter eine Rückfall erlitt, und sie wieder ins Krankenhaus muss – es ging ihr immer schlechter.
Im September 1995 war dann die Zeit der Grundschule vorbei, und ich wechselte auf eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe. Ab diesem Zeitpunkt änderte sich mein Leben schlagartig. Ich wurde irgendwie ein anderer Mensch, nichts konnte mich mehr aus der Ruhe bringen.
Dadurch, dass mein Mutter mehr im Krankenhaus war, baute ich in der Zeit zu meinem Vater eine sehr enge Bindung auf. Leider arbeitete er zu dem Zeitpunkt im Sichtdienst. So musste ich mich sehr stark um meine Schwester kümmern, daher blieb mir leider nur sehr wenig Freizeit für Freunde. Viele verstanden mich nicht, woher auch, wenn man das nich selber kennt. (Ich wünsche es keinem)
Am 20.09.1995 kam dann sie grausame Nachricht aus dem Krankenhaus, dass meine Mutter den Krebs nicht mehr besiegen konnte…..

1995-1999

Aber unserer Leben ging weiter, so rauften mein Vater und ich uns richtig zusammen. Mein Vater hat dann auch eingesehen, das es mit meiner Schwester auch kein richtiger Zustand ist.
Schließlich bin ich auch noch ein Kind und da war meine Aufgabe bestimmt nicht, mich in meiner eigentlichen Freizeit mich um meine Schwester zu kümmern. Daher haben wir uns dann entschlossen, sie in einer Ganztagseinrichtung für Behinderte unterzubringen. So konnten mein Vater und ich auch einmal die Zeit für uns nutzen: wir unternahmen eine halbe Europa Tour, was verdammt aufregend war ;-) .
So lebten wir Tag für Tag und Woche für Woche. Es war die schönste Zeit in meinem Leben.
Jedes Wochenende – soweit es ging -, holten wir meine Schwester nach Hause, was auch immer beruhigend war, und es freute einen immer wieder, was sie für Fortschritte machte.

1999-2000

Mein Vater fand dann auch wieder eine neue Frau, mit der ich auch eigentlich sehr gut zurecht kam. Sie brachte auch noch eine “Stiefschwester” für mich mit :-) .
Am 01.09.1999 fing ich dann meine Ausbildung bei der Post an. Ich freute mich richtig auf mein erstes selbst verdientes Geld.
Im selben Jahr entschlossen sich mein Vater und seine Lebensgefährtin ein Haus zu kaufen, was auch viele Nerven kostete… naja das liebe Geld halt.
Am 25.10.1999 war es dann soweit, das wir ins neue Haus einziehen konnten – dies war sehr chaotisch, da noch tapeziert und gefliest werden musste. Jede Hand wurde gebraucht, so dass es nach der Arbeit hieß, weiter arbeiten.
Weihnachten konnten wir dann in einem fertigen Haus feiern. Leider kam dann meine Schwester wieder in die Phase, dass sie dauernd an Lungenentzündungen litt, was uns wieder sehr traurig machte. Aber sie erholte sich immer wieder recht schnell.
Jedoch erhielt mein Vater am 29.12.2000 einen Anruf aus dem Krankenhaus, dass meine Schwester an einem Herzstillstand am Nachmittag verstarb. Als ich dann am Abend vom Bummeln durch die Geschäfte wieder nach Hause kam teilte mir mein Vater diese auch mit, was mich sehr auf den Boden riss. Ich wusste nicht mehr wo hinten und vorne ist, so dass ich einfach los bin und ich nicht wusste wo ich hin gehe.
Aber was sagte ich mir “meine Mutter hat sich ihre Tochter geholt” – was auch so das beste für alle war (hört sich sarkastisch an, aber ist nun mal so – was sollte aus ihr werden?!?

2001

Das Lebens muss halt weiter gehen. So schloss ich 2001 meine Ausbildung mit einem Gut ab und bekam so einen festen Job als Briefzusteller (was heute nicht mehr wirklich den Spaß bringt, aber es bringt halt Geld :-) ).
Zu diesem Zeitpunkt lernte ich auch meine erste grosse Liebe im Internet kennen. Nur wo lernt man Leute kennen, wenn man chattet? Natürlich nicht in der Umgebung sondern 300 km weit weg.
So lernte ich was neues kennen, es gibt halt nicht nur die Liebe zwischen Mann und Frau, sondern auch unter gleichen Geschlechtern.
Jedoch hielt diese Liebe nicht lange.

2002

Nach dieser Beziehung fand ich es an der Zeit, mich nach und nach zu outen – zu Anfang machte ich das bei meinen Freunden. Diese reagierten sehr offen und gingen auch problemlos damit um.
Nur unter Freunden reichte mir das nicht. Wenn ich mich mit einem Jungen treffen will, dann möchte ich ihn auch mal mit nach Hause nehmen und dann auch da mal meine Ruhe haben (man kann sich den Rest schon denken ;-) ). Daher sah ich es auch an der Zeit meinem Vater reinen Wein einzuschenken und erklärte ihm, dass ich schwul bin.
2002 entschloss ich mich, da meine Privatsphäre nicht immer so mein Recht war, auszuziehen.

2002-2006

Mein Ziel war es in meiner Eigenschaft als Langschläfer möglichst nah meiner Arbeitsstelle und kostengünstig zu wohnen. Ich hatte mehrere Angeboten durchforstet und fand dann eine Wohnung im Wedding.
Einen Arbeitsweg von 15 min., und die Miete war auch tragbar. Nur leider stellte ich dann fest, dass der Ausländeranteil (95% Türken) sehr hoch ist. Da diese Gegend nach und nach immer schlimmer wurde und ich mich nicht verstecken und auch mal mit einem Freund Hand in Hand durch die Strassen laufen möchte, bin ich seit September 2005 nach Tiergarten gezogen.
Der Weg zur Arbeit wurde dann noch mal 10 min. kürzer :-D .
Im Oktober 2006 habe ich mir endlich auch wieder ein Motorrad leisten können, diesem gilt nun wieder ein großer Teil meiner Freizeit.

2007

Seit dem 07.03. des Jahres bin ich auch wieder in einer glücklichen Beziehung mit meinem Kleenen ^^.
Wir haben uns schon vor einiger Zeit kennen gelernt, und meiner Meinung nach hat es auch schon länger gefunkt, aber irgendwie haben wir doch nicht zueinander gefunden. Man sagt aber “Was lange wehrt, wird gut”, also kann es nur gut ausgehen…

2008

Im März konnte ich mit meinem Kleenen das einjährige feiern, wie gesagt, es kann eigentlich nur gut ausgehen, bzw. sollte nicht ausgehen.
Wie schon in Blogbeiträgen zu lesen haben sich bei mir nun aber noch drei andere Gesellen einquartiert, Rémy, Loki und Baldur. Wer den Film Ratatouille gesehen hat, kann sich jetzt bestimmt auch so denken um wen oder was es sich handelt, richtig drei Ratten auch wenn nur einer der Rabauken einen Filmreifen Namen hat.

2009

Nachdem dieses Jahr recht unspektakulär angefangen hat wurdes es im weiteren Verlauf recht streßig. Im August trat ich in die Piratenpartei ein, was mir das Vergnügen gab den kompletten Wahlkampf mit zu erleben, das hieß quer durch Berlin-Mitte Plakate vorbereiten und aufhängen sämtliche auf Infoveranstaltungen (Spaziergänge durch Kieze mit Flaggen und Flyern, Infostände) Bürger über Rechte informieren und die Piratenpartei bekannter machen, und das alles neben der Arbeit die man ganz nebenbei ja auch noch hat, irgendwann zog es mächtig an der Kondition. Der ganze Stress hatte sich aber am Ende doch ausgezahlt, zwar sind wir nicht in den Bundestag eingezogen, aber zwei Prozent zur ersten angetretenen Bundestagswahl war ein glänzendes Ergebnis, das hatte bis her noch keine neue Partei geschafft. Nach der großen Wahlparty mussten wieder sämtliche Plakate von den Laternen genommen werden. Gut, dass man sich sämtliche Standorte notiert hatte. Dannach konnte man sich endlich wieder etwas zurücklehnen.
Kurz nach dem Wahlkampf musste ich leider auch verluste in der Ratten-WG verbuchen Loki (Patenratten von meinem “Kleinen”) hatte sich verabschiedet, schien aber gut eingeschlafen zu sein, genaueres ist leider nicht bekannt.
Zu Weihnachten habe ich dann von meiner Schwiegermama drei neue Schützlinge bekommen (Snoopy, Tristan und Wodan was für Namen :-) ). Zu unserem Erstaunen haben sich gleich alle super verstanden und konnte damit auch gleich die zweite Nacht zusammen im großen Rattenhaus verbringen, was bei Ratten doch verdammt selten ist.

2010

Fortsetzung folgt …

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in mein Leben geben und hoffe ebenso, dass ihr jetzt nicht einfach auf das ‘X‘ oben rechts klickt. ;)